Ein Autor, ein Künstler und ein Spiel

Nein, ich finde es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass sich ein Buchautor auch mit dem Entwickeln von Spielen beschäftigt. Erst recht nicht dann, wenn ihm sein Freund und Kooperationspartner, der Schiffskatzenmaler Jonny Petry, neben den Illustrationen für die gemeinsamen Bücher überraschenderweise mal so nebenbei ein wunderschönes gemaltes Spielfeld präsentiert. Nein, da kann ich einfach nicht anders, zumal die Abbildungen auf dem Feld dem zweiten Band unserer gemeinsamen Buchreihe „Schiffskater Pixie, mit James Cook um die Welt“ entlehnt sind.

Und so basteln wir gemeinsam an einem Spiel für Jung und Alt nach dem Konzept eines sogenannten Gänseliesel-Spiels. Das hat Jonny mit seinem Bild vorgegeben und ich bin froh darum. Denn ich muss offen zugeben, dass ich mit den modernen Pen & Paper-Spielen nicht allzu viel anfangen kann. Mensch ärgere Dich nicht, Malefiz und wenn es hoch kommt, so etwas wie Monopoly sind eher meine Brettspielwelt.

Doch auch, wenn die Basisversion auf den ersten Blick recht einfach daherzukommen scheint, da steckt schon eine ganze Menge Kreatives und Spielspaß drin, von der Arbeit selbst ganz zu schweigen. Da ist natürlich zum einen das Regelwerk, das zwar dem gängigen Muster eines solchen Spieles folgt, andererseits schon sehr vom persönlichen Tagebuch des Schiffskaters Pixie geprägt ist. Ich würde sogar empfehlen, den zweiten Band (am besten aber natürlich alle drei, die bisher erschienen sind) beim Spielen zur Hand zu haben, um das Geschehen bei den entsprechenden Ereignisfeldern bei einer kleinen dazwischengeschobenen Leserunde noch weiter zu vertiefen.

So besonders und exklusiv wie das Spielfeld ist auch die restliche Ausstattung. Für die Spielfiguren beispielsweise habe ich mir das von Jonny gemalte Pixie-Bild vorgenommen und daraus auf einem entsprechenden Internetportal eine 3D-Druckdatei erstellt, mit der die Figuren dann in einer 3D-Druckerei aus PTEG im FDM-Druckverfahren gedruckt wurden. Die aktuellen Klabautermiezen, die die Schatztruhen mit den Spielfiguren und den Würfeln bewachen, sind technisch auf die gleiche Weise entstanden, als Vorlage dienten allerdings KI-generierte Bilder. Herausgekommen sind in jedem Fall absolut einzigartige Figuren, die es in keinem Spielezubehörladen zu kaufen gibt.

Nun, bei all dem Aufwand (allein das Malen des Spielfeldes hat Jonny Jahre gekostet) dürfte klar sein, dass es sich bei dieser Geschichte nicht um ein kommerzielles Projekt handelt. Ich würde es vielmehr als ein aus einem Buch entstandenes kooperatives, interdisziplinäres und auch ein wenig experimentelles Kunstprojekt bezeichnen. Und das ist auch der Grund, weshalb uns bereits Erweiterungen durch den Kopf schwirren. So haben wir die Absicht – ein entsprechendes Interesse an dem Spiel vorausgesetzt – auch neue Versionen des Regelwerks und das eine oder andere Erweiterungskit z.B. mit Ereigniskarten, Spielfelderweiterungen etc. zu entwickeln und in unregelmäßigen Abständen anzubieten.

Aber erst einmal müssen wir die Basisversion an die Menschen bringen, schon allein, um die Vorkosten wieder hereinzubekommen. Und deshalb hier erst einmal die Daten zum Spiel in Form des folgenden Bildes, auf dem ich die Figuren allerdings aus den 3D-Druckdateien generiert habe, da sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedruckt waren.

Wer Lust auf das Spiel hat, für das wir einen Preis von 35 €/Stück zzgl. Porto kalkuliert haben (Kleinauflage) und uns bei dem Projekt unterstützen möchte, schicke mir gerne eine E-Mail an w.schwerdt@gmx.de .

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Climate Fiction Writers Europe e.V.

Wir schreiben für die Umwelt

Der 2024 vom Buchautor Uwe Laub gegründete „Climate Fiction Writers Europe“ ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein für alle Autoren Schriftsteller, Journalisten, Texter, Poeten, Blogger sowie sonstige publizierende Kulturschaffende, die sich in ihren Werken mit Themen befassen, die im weitesten Sinne Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit sowie den Klimawandel und dessen Folgen beleuchten.

Natürlich handelt es sich zunächst einmal um einen Autorenverband mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung, des Austausches und der Interessenvertretung gegenüber der „Außenwelt“. Doch wäre es nur das, so hätte ich natürlich in jeden „beliebigen“ anderen Autoren-Schriftsteller-Verband eintreten können, was ich bislang eben nicht getan habe. Doch der CFWE unterscheidet sich von den meisten Schriftstellerverbänden durch seine Zielsetzung und die zentrale Themenstellung.

So heißt es in der Präambel: „Wir sind eine Gruppe von Autoren, die von der Notwendigkeit von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sowie Nachhaltigkeit überzeugt sind, und wir wollen unseren Beitrag leisten. Unsere Werke schärfen das Bewusstsein für die wichtigen Themen unserer Zeit und ermutigen zum Handeln auf individueller, unternehmerischer und staatlicher Ebene.“

Natürlich gehört dazu mehr als nur Schreiben, denn die Inhalte müssen ja auch an den Mann, die Frau gebracht werden. Und so stehen neben der „Europaweiten Bildung von Allianzen und Partnerschaften mit anderen AutorenNetzwerken, Vereinen und Verbänden“ oder „Gesprächen und Diskussionsrunden mit Entscheidern aus Wirtschaft und Politik“ auch die „Unterstützung, Organisation, Koordinierung und Durchführung von kulturellen Veranstaltungen wie Literaturfestivals, Lesungen, Buchmessen, Kongressen, Workshops“ und noch viel mehr auf dem ehrgeizigen Programm.
Natürlich steht der Verein hinsichtlich Organisation und Umsetzung noch ganz am Anfang, obwohl bei der europaweiten Vernetzung bereits die ersten Schritte getan sind. Mit meiner inzwischen langjährigen publizistischen Arbeit zum Thema menschengemachtes Artensterben und Umwelt scheint mir jedenfalls, dass ich hier recht gut aufgehoben bin und möglicherweise auch einen kleinen Teil zur Umsetzung des gemeinsamen Anliegens beitragen kann. Und hier findet ihr Mein CFWE-Portrait.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

300 Jahre Vampire

Unter dem Titel „300 Jahre Vampire“ lädt das Historische Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen am 15. Juli 1925 zu einer Podiumsdiskussion „Grenzphänomene im Habsburgerreich 1725 – 1755“ ein

Denn vor 300 Jahren, am 21. Juli 1725, tauchte in einem Bericht einer Wiener Zeitung über ein serbisches Dorf an der Donau zum ersten Mal das Wort „Vampir“ auf. Anlass genug für die Historikerinnen und Historiker der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), an zahlreiche Geschichten zu erinnern, die sich um die blutsaugenden Nachtgestalten ranken, und den aktuellen Forschungsstand zu beleuchten. Lesen und hören Sie weiter in Kulturstrom-Podcasts

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Autorenkosmos, Wiedergänger-News

Katzenkultur in Witzenhausen

Seit 2011 lebt die vielseitige Pop-Art-Künstlerin Katja Beilke in der Kirschenstadt Witzenhausen und hat sich mit ihren spannenden Kunstprojekten längst nicht nur deutschlandweit einen Namen gemacht. Und inzwischen prägt sie mit ihren kooperativen und farbenfreudigen Street-Art-Projekten auch das Stadtbild der nordhessischen Werrastadt. Seit 2022 hat Katja Beilke in der Ermschwerder Straße 19 im ehemaligen Pop-up-Store „Tante Erma“ ihr Atelier eingerichtet, in dem nicht sie nicht nur ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit nachgeht, sondern kulturell auch eifrig netzwerkt. Und so finden sich im Atelier Katja Beilke & Friends auch die Werke und Produkte anderer witzenhäuser Künstler und Kunsthandwerker, von Handletterings oder Schmuck aus der Goldschmiede, über duftende Seife, Keramiken und Töpferarbeiten bis zu Drucken, Pop-Art-Bilder und neuerdings auch ganz besondere Bücher und anderes mehr.

Die Künstlerin hatte mich Anfang April nämlich eingeladen, mit meinen Werken im Atelier vorbeizuschauen, schließlich sei Literatur eine interessante Ergänzung im kulturellen Spektrum des aktuellen Angebotes. Na ja, und nun bin ich als Gast wieder drin in „meinem“ alten Pop-up-Store, in dem ich 2016 meine Literarische Tierschutzaktion im Zeichen der Katze durchführen durfte. Ganz im Zeichen der Katze stehen auch meine Werke, die beim Stöbern im Atelier nun ebenfalls entdeckt werden können. Herzlichen Dank liebe Katja Beilke für diese tolle Möglichkeit.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Der Schrecken der Schönheit

Unter diesem Titel ist mein Beitrag zu „Schönheit“ im Konkursbuch 60, dem kulturellen Jahrbuch aus dem Konkursbuch-Verlag Claudia Gehrke erschienen. Ein vielschichtiges Thema, dem ich mich aus der Perspektive der Macht genähert habe, wie bereits die ersten Sätze meines Aufsatzes erkennen lassen:

„Kulturgeschichtlich gesehen entpuppt sich Schönheit als anthropozentrisch definiert und über weite Zeiträume als männlich, zumindest aus eurozentrischer Perspektive. Natürlich bedeutet das nicht, dass Frauen kein Schönheitsempfinden hatten oder gar hässlich waren, doch die Definitionshoheit lag bei den Männern, bei der Macht. Macht war schön und wenn der männliche Held die obligatorische Jungfrau von reizender Gestalt und möglichst simplem Gemüt vor dem Drachen rettete, dann war er ungeachtet seiner realen Erscheinung strahlend und attraktiv.“

Den vollständigen Beitrag finden Sie natürlich im Buch, dessen Klappentext ich im folgenden präsentiere

„In der 60. Ausgabe des kulturellen Jahrbuchs der „Konkursbuch“-Reihe geht es um die Schönheit von Strukturen, Menschen, Natur, Städten, Kunst, Leben: Wann wird Schönheit zu Klischee und Kitsch – und wo würden wir sie zunächst gar nicht vermuten? Was galt, was gilt als schön, was ist schön? Was ist das Gegenteil von schön? Ist Schönheit notwendig? Oder Luxus? … Schönheit und menschliche Verbindungen, Verliebtsein. Das Thema wird auch politisch ausgeleuchtet. Herrschende Normen machen den Körper zum Ort erbitterter Auseinandersetzungen. Schönheit und soziale Unterschiede. Und wir fragen: Was hat es eigentlich mit dem schönen Leben auf sich?  

Die Sehnsucht nach Schönheit bewegt und inspiriert uns Menschen seit Jahrtausenden. Auf welche Art sie sich uns auch offenbart, wie sehnsüchtig wir sie erträumen – Schönheit versinnbildlicht das Gegengewicht zu dem Hässlichen und Furchtbaren, zu dem wir Menschen fähig sind. Aus diesem Grund erschien uns das Thema Schönheit in unserer, der heutigen Zeit angebracht als Titelthema.
Berichte aus dem Leben, Essays, Wissenschaftliches, Gedichte, Kurzgeschichten und viele Bilder“

Casper, Sigrun & Voigtmann, Sophie: Konkursbuch 60, Schönheit. Konkursbuch Verlag 2025. Paperback mit Klappenbroschur, 350 Seiten mit zahlreichen Bildern. ISBN 978-3-88769-260-5

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Autoren-News