Archiv der Kategorie: Autorenkosmos

Autorenkosmos: Es muss nicht immer Amazon sein

Asymmetrische „Kriegsführung“ auf dem Büchermarkt

Gill-PelletanAmazon ist ein Monopolist, ein Erpresser, er diktiert die Konditionen gegenüber den Verlagen, drangsaliert den stationären Buchhandel und bietet schlechte Arbeitsbedingungen. Amazon hat den ganzen Buchmarkt im Griff. Die einzige Möglichkeit, die Verkörperung des Bösen noch zu stoppen und der Kultur gegenüber dem Kommerz wieder zum Sieg zu verhelfen ist, Amazon zu boykottieren und die Mainstreambücher der global playenden Großverlage möglichst beim stationären Buchhandel um die Ecke einzukaufen. Dort kann der politisch korrekte Konsument vielleicht auch noch das eine oder andere Buch eines Kleinverlages mitnehmen, sozusagen als kulturmoralisches Feigenblatt. Ist das wirklich die einzige Möglichkeit? Weiterlesen

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Qindiemania

Schau in den Nabel des Autorenkosmos

Gill-Pelletankürzlich habe ich auf Facebook eines der vielen netten Bildchen gesehen, die dem sozialen Netzwerktätigen gelegentlich ein Lächeln abringen. Da liegt eine Katze wunderbar verrenkt aber total entspannt  auf einem Treppengeländer und der Untertitel lautet: „das versteht ihr nicht, das ist so eine Katzensache.“

Ein ähnlicher Spruch fällt mir für den außenstehenden Betrachter bei der aktuellen Aufregung um die Autorenselbstvermarktungsplattform Qindie und einer dort veröffentlichen Buchpiratenkolumne ein. „das versteht ihr nicht, das ist so eine Autorensache.“ Weiterlesen

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Neulich beim Literaturdealer

da dreht sich der Autorenkosmos 😉

KatzenWolf„Ich hätte gerne zwei Kilo Literatur, haben Sie da etwas Günstiges?“ fragt der Kunde und schaut auf die farbenprächtige Auslage.

„Aber sicher“, antwortet der Verkäufer mit gewinnendem Lächeln, „gerade frisch hereingekommen, der Bestsellerautor Pfitzock für nur 4,99 das Kilo.“

„Also ich würde ja nach der Seitenzahl gehen“, mischt sich ein anderer Kunde ein, „da haben Sie mehr davon. Und das Buch der Bestsellerautorin Ryli hat 50 Seiten mehr als Pfitzock und das für den gleichen Preis!“

Der clevere Literaturdealer steigt sofort darauf ein: „Und wenn Sie nach Seitenzahl kaufen, können Sie die Titel natürlich auch als E-Book nehmen, da kosten 100 Seiten im Durchschnitt nur noch 1,50 Euro.

Der erste Kunde wirkt ein wenig unsicher: „So viel Geld wollte ich eigentlich nicht ausgeben“, gesteht er.

Der Verkäufer lächelt weiterhin: „Na ja, Markenprodukte haben halt ihren Preis, dafür sind sie ja auch qualitativ hochwertig. Wenn Sie es natürlich ganz besonders günstig haben wollen, wie wäre es mit einem No-Name. Wir hätten da ein E-Book für nur 99 Cent von Müller.“

„Wieviel Seiten?“ der Kunde klingt interessiert.

„Also umgerechnet rund 30. Und es ist zudem noch schön illustriert, handwerklich gut umgesetzt und eine wirklich schöne Geschichte. So etwas bekommen Sie in Print von namhaften Verlagen – beispielsweise als Kinderbuch – nicht unter 4,99. Ein echtes Schnäppchen!“

Erwartungsvoll schaut der Buchdealer seinen Kunden an. Der aber schüttelt den Kopf und erwidert wütend: „Glauben Sie, ich kann nicht rechnen? Da kostet die Seite ja mehr als bei einem 500-Seiten-Bestseller für 9,99 €.“

Der Verkäufer hat allmählich Mühe, seine Fassung zu wahren: „Also denken Sie an so etwas wie Der Hollundergarten von Lucy Ryli – eben nur in billig?“

„Mir doch egal“, muffelt der Kunde, Hauptsache das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

„Und wonach messen Sie das?“ dem Verkäufer gelingt es gerade noch, das Verdrehen der Augen zu vermeiden.

„Na, ich möchte pro Stunde Lesezeit nicht mehr als 10 Cent ausgeben, ist das etwa zuviel verlangt?“

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Amazon und Goodreads – noch `ne Katastrophe?

Ein Perspektivwechsel und gegen den Strom

KatzenWolfAls die Nachricht durch den Buchmarkt eilte, dass Amazon die bislang unabhängige Literaturplattform Goodreads gekauft hat, ging für viele Buchmarktkommentatoren zum inzwischen mindesten 1001sten mal die auch vor Amazon schon nicht mehr heile Buchwelt unter. Nun, so wird lamentiert, sei auch die Unabhängigkeit der Leserbewertungen nicht mehr gegeben, der Zugriff des Monopolisten auf unzählige Buchdaten etc. etc. gefährde nun endgültig das christlich-literarische Abendland, die letzte Bastion der von Amazon unabhängigen Buchwelt sei gefallen. Weiterlesen

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Autorenkosmos 4

Sind wir nicht alle ein wenig dependent? Über die Notwendigkeit neuer Wege im Literaturgeschäft

Gill-PelletanIndies: Im Buchmarkt waren das zunächst jene Autoren, die sich die neuen technologischen Möglichkeiten zunutze machten und ihre Manuskripte unabhängig von den klassischen Verlagen publizierten, die Independent Publisher eben. Aber bedeutet Veröffentlichen ohne einen klassischen Verlag wirklich Unabhängigkeit?

Als Indie bezeichnen sich inzwischen auch Verlage. Sie sind meist klein, oft genug entstanden aus dem Bedürfnis des Verlegers die eigenen Bücher zu produzieren und zu vermarkten, sich sozusagen als Autor oder Literaturfreund (das muss natürlich kein Gegensatz sein 😉 ) mit einem eigenen Verlag unabhängig vom literarischen Filter der klassischen Häuser zu machen. Hat sie das nun tatsächlich in die Unabhängigkeit geführt?

In der Auseinandersetzung mit den Buchhandelsketten und Amazon sind nun auch die unabhängigen Buchhändler in die Öffentlichkeit getreten. Jene Bücherfachgeschäfte, die für sich in Anspruch nehmen, eine besondere Funktion im Kampf um den Erhalt und die Förderung der guten Literatur einzunehmen, unabhängig von . . . ja wovon eigentlich? Weiterlesen

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