Die fiktiven Schiffskatzen aus den Rotbartsaga- und Schiffskater Pixie- Reihen haben ein gemeinsames Vorbild: Den realen Schiffskater Trim. Der ist 1801 mit Matthew Flinders nach Australien gesegelt, um den Kontinent zu vermessen. Mit seinen von Flinders dokumentierten Streichen und Abenteuern führt Trim den Leser durch mein Sachbuch „Forscher, Katzen und Kanonen. Über Leben und Arbeit von Forschungsreisenden im 18./19. Jahrhundert“. In der folgenden Hörprobe begeben wir und in die Welt zwischen Achterdeck und Vorschiff zu den Jungen Herren jeden Alters.
Hörprobe aus Forscher, Katzen und Kanonen
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Corona – ein Perspektivwechsel
Bislang haber ich mich weitgehend aus den Diskussionen zum Thema herausgehalten. Ich bin so ein Typ, der erst mal beobachtet, dann nachdenkt, und schließlich Position bezieht. Zugegeben, der Prozess geht mal schneller, mal langsamer, diesmal hat es eben etwas gedauert. Vielleicht auch deshalb, weil ich nicht die hunderttausendste Bemerkung zu Klopapier und Nudeln zum Besten geben wollte. Aber natürlich betrifft die ganze Geschichte auch mich, nicht zuletzt deshalb, weil ich gerade dabei war, mich ein wenig mit meinen Lesungen im Markt zu etablieren. Damit ist jetzt erst mal natürlich Schluss. Denn nun gilt:
– Meiden von Veranstaltungen
– Verzicht auf Urlaubsreisen
– Verzicht auf Restaurantbesuche
– nur das Nötigste einkaufen
– Soziale Isolation
Diese „Maßnahmen“ gegen Corona bedeuten gravierende Einschränkungen für die Bevölkerung, keine Frage. Und selbstverständlich haben diese Maßnahmen Folgen und Verunsicherung für jeden Einzelnen. Existenzielle Fragen tun sich auf, vor allem für jene Menschen, die keine Rücklagen haben und bei denen die Einschränkungen auch nicht zu Einsparungen (und damit Rücklagen für späteren Konsum) führen, weil für sie die oben beschriebenen „Maßnahmen“ auch ohne Corona weitgehend zum Lebensaltag gehören (z.B. bei Grundsicherung im Alter, prekärer Beschäftigung, Obdachlosigkeit etc.).
Hoffnung für die Nach-Corona-Zeit?
Für viele andere Menschen bedeutet die Corona-Situation vor allem Lebensumstellung, Überdenken der eigenen Situation und Prioritäten, Neustrukturierung des Alltags und des Lebens vor allem dann, wenn Einkommensverluste durch Rücklagen oder staatliche Hilfen abgefedert und Alternativen zur bisherigen Arbeits- und Lebensorganisation entwickelt werden können. In diesen Fällen könnte der erzwungene Perspektivwechsel gewisse persönliche und im besten Fall auch gesellschaftliche Veränderungen in der Nach-Corona-Zeit nach sich ziehen.
Mentalitätsänderung braucht Zeit
Könnte, denn noch ist nicht wirklich viel davon zu erkennen. Mal abgesehen von den asozialen Hamsterkäufen, füllen derzeit das Beklagen der jeweils persönlichen Umstände oder Verschwörungstheorien oder sinn- und endlose Diskussionen über Einzelheiten der offizielen Maßnahmen die sozialen Medien bis zum Erbrechen. Klar, da gibt es auch Solidaritätsappelle für Alte und Kranke, für den kleinen Einzelhandel und die Mitarbeiter der Geschäfte, die für die notwendige Versorgung geöffnet sind, die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, für Feuerwehr, Polizei und soziale Dienste. Und es entwickelt sich so langsam die Einsicht, dass das Internet eben mehr ist, als lediglich eine Spielwiese für junge Leute, gelangweillte Bestager, Nerds und gewissenlose Online-Giganten, die dem armen Einzelhandel das Geschäft versauen.
Über den Tellerand hinaus
Vielleicht kommt ja sogar der eine oder andere darauf, während er im Home-Office seiner Erwerbsarbeit nachgeht, dass es Menschen gibt, deren Existenz von Online-Einkäufen abhängt, wie beispielsweise viele Kulturschaffende, deren Werke – unabhängig von ihrer Qualität – eben keine Chance haben, im stationären Handel präsent zu sein. Vielleicht fällt ja in heimischer Quarantäne mal auf, dass unsere Gesellschaft glücklicherweise längst nicht mehr homogen ist und dass es unzählige Lebensrealitäten gibt, die sich nicht nur von der eigenen unterscheiden, sondern sich ebenfalls nicht mehr in unserer wirtschaftlichen und politischen Organisation widerspiegeln. Vielleicht wird durch die Gelegenheit, auch mal ein wenig nachdenken zu können, dem einen oder anderen deutlich, dass die soziale Grundlage unserer Gesellschaft nicht mehr das neoliberale Wirtschaftssystem sein kann, das ausschließlich auf abhängiger Beschäftigung, Konsum- und Profitmaximierung basiert.
Von privaten zu gesellschaftlichen Alternativen
Viele der für verschiedene (nicht nur arme) Gruppen der Bevölkerung existenzielle Fragen, würden sich selbst unter Corona-Bedingungen beispielsweise bei der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle gar nicht mehr stellen. Sowohl (je)der Einzelne als auch der Staat hätten gerade in dieser Situation unendlich viel mehr Handlungsspielraum und damit auch Einsicht in die Notwendigkeiten. Natürlich ist das bedingungelose Grundeinkommen kein Allheilmittel für alle Probleme, aber es ist eine unabdingbare Voraussetzung für den notwendigen ökonomischen und sozialen Umbau unserer Gesellschaft, für die soldarische Krisenbewältigung und die gleichzeitige Sicherung und den Ausbau der Demokratie durch die gesellschaftliche Teilhabemöglichkeit aller Menschen.
Schluss mit dem System der profitablen Krisen
Derzeit werden zweifellos unzählige Schwächen unserer gegenwärtigen Wirtschaftsverfassung offenbar. Das beginnt bei profit- statt bedarfsorientiertem Gesundheitswesen über die profit- statt bedarfsorientierte Wohnungwirtschaft bis hin zur profit- statt bedarfsorientierten Energie (und Internet-)versorgung mit all seinen Umweltfolgen.
Ja, der Coronavirus ist gefährlich, sehr gefährlich sogar! Existenziell wesentlich gefährlicher aber – das offenbart eben dieses winzige Lebewesen – ist das Festhalten am mörderischen und selbstmörderischen Wirtschaftssystem, denn das hat wenn vielleicht auch nicht die Pandemie, so doch in jedem Fall die daraus erwachsende Krise erst möglich gemacht. Genau betrachtet war und ist unsere aktuelle Wirtschaftsverfassung immer ein System der Krise, denn auch bei Corona wird es ebenso wie bei den unzähligen Kriegen und Hungersnöten wieder Gewinner der Not geben. Die meisten, die das hier lesen gehören allerdings nicht dazu.
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3. März 2020 Internationaler Tag des Artenschutzes
Es hängt alles zusammen!
Angesichts der katastrophalen Entwicklung im Nahen Osten und des zynischen Spiels der daran Beteiligten aus aller Welt, angesichts der Bedrohungen durch den Klimawandel, angesichts des religiösen und politischen Terrorismus, angesichts des um sich greifenden Rassismus, der Menschenverachtung, des zunehmenden Migrationsdrucks und und und, scheint es zunächst ein wenig weltfremd, sich wie ich in erster Linie dem Tier- und Artenschutz zu verschreiben. Nein, menschliches Elend, lässt mich nicht kalt, nicht die Bohne. Es macht mich betroffen, traurig und immer wieder grenzenlos wütend. Und sicher ist es wichtig, gegenüber Fremdenhass, rechtsradikal und religiös motivierten Morden, Anschlägen und Hetzkampagnen, terroristischen und asozialen Netzwerken und nicht zuletzt profitorientiertem Zynismus, systematischer Umweltzerstörung und Lebensvernichtung Stellung zu beziehen.
Artenschutz: Ansatz zur Lösung eines Menschheitsproblems
Wer allerdings – wie ich es in meinem Buch „Rotbarts wilde Verwandte“ getan habe – etwas genauer hinschaut, muss feststellen, dass die Ursachen für die Kriege und das Elend in der Welt, für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und nicht zuletzt das Artensterben immer die gleichen sind. Und sie sind menschengemacht! Genau genommen ist es so ziemlich egal, welchen Aspekt bzw. welches Ergebnis der menschlichen Hybris man sich herausgreift. Und so sind das Engagement in der Lebensrettung von Flüchtlingen, im Kampf gegen Rassismus und Nationalismus, gegen Armut und Krieg, gegen Umweltzerstörung und eben für den Erhalt der Artenvielfalt oder Tierschutz, wenn man es ernst nimmt, lediglich verschiedene Ansatzpunkte zur Lösung eines Menschheitsproblems. Immerhin geht es beim Artenschutz u.a. um Habitaterhalt, um die Veränderung der Einstellung gegenüber den Mitlebewesen (Pflanze, Tier und Mensch), um ein Begreifen der komplexen Zusammenhänge zwischen Flora, Fauna, Klima, Gesellschaft, Ressourcennutzung etc.. Artenschutz ist – wie Armutsbekämpfung, Kampf für Menschenrechte oder Klimaschutz – ein zutiefst gesellschaftliches, ökonomisches, politisches und selbstverständlich auch ökologisches Unterfangen. Es gibt zwischen all dem keine Gegensätze, da lässt sich nichts gegeneinander aufrechnen und erst recht nicht gegeneinander ausspielen, es sind jeweils verschiedene Ansatzpunkte zur Lösung des gleichen Problems.
Bewertung der Schutzbedürftigkeit einzelner Arten?
Derzeit gibt es im Artenschutz eine gewisse Tendenz zur „Bewertung“ der Schutzbedürftigkeit einzelner Arten (Forschungsprojekte). Dabei wird versucht, die Bedeutung einzelner Arten für das jeweilige Ökoystem zu berechnen. Der vermeintliche Vorteil: Die knappen personellen und materiellen Ressourcen können optimal eingesetzt werden. Der Nachteil: In den meisten Fällen sind die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den Arten innerhalb eines Biosystems gar nicht genau genug erforscht, um eine seriöse Bewertung vorzunehmen. Jede Art ist schützenswert in dem Sinne, dass ihr Leben, ihr Lebenssraum und -zusammenhang nicht wegen vordergründiger oft genug niederer und in der Regel eben nicht existenzieller menschlicher Interessen beliebig zur Disposition gestellt werden dürfen. Als am offensichtlichsten seien hier die Beispiele der Hobbyjagd, der Viehzucht oder der Monokulturen genannt.
Die Bedeutungslosigkeit der Spezies Mensch
Wenn man also das Ganze, die Zusammenhänge im Auge behält, spielt es eben keine besondere Rolle, welcher Tierart sich der einzelne Artenschutzbewegte zuwendet. Wenn ich mich also für den Erhalt der Lebensräume (und natürlich auch der Individuen) von Tiger, Schwarzfußkatze, Ozelot, Puma, Nebelparder & Co einsetze, haben zwangsläufig auch die Pflanzen und Tiere eine Überlebenschance, die möglicherweise für das Ökosystem noch wichtiger sind, als die kleinen und großen Samtpfoten. Die einzige Tierart, die nach meiner Erkenntnis keine besondere Bedeutung für funktionierende Ökosysteme hat (und dennoch schützenswert vor sich selbst ist), ist übrigens der Mensch. Und das steht im krassen Gegensatz zu seiner Selbsteinschätzung und Selbstgefälligkeit, die einen wesentlichen Teil des Menschheitsproblems darstellt.
Mein Beitrag zum Tier- und Artenschutz
Die meisten wissen es schon und so erlaube ich mir, das einfach nur noch einmal in Form von Links zusammenzufassen. Allerdings nicht ohne an dieser Stelle auf meine neue Aktion in meinem redbubble-shop hinzuweisen. Es geht um meine Designserie „Rotbarts wilde Verwandte“, deren Motive ich hier vorstelle. Mehr dazu im Beitrag auf Katzen-Kultur Die neue Artenschutzkollektion.
Spendenaktion für . . . Tierschutz, Artenschutz und tolle Bücher
Hörprobe: Rotbarts wilde Verwandte
Wolfgang Schwerdts KATZENWELTEN
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Gerade habe ich wieder ein paar Zeilen des dritten Bandes der 

















