Interview zu „Vampire, Wiedergänger und Untote“

in Online-Magazin des Berliner Vergangenheitsverlags

Wolfgang Schwerdt, Autor zahlreicher kulturhistorischer Werke, hat ein neues Buch veröffentlicht. Ihm ging es diesmal ums Wesentliche: um Blut und Blutsauger, Tote und Wiedergänger. Sein Buch „Vampire, Wiedergänger und Untote. Auf der Spur der lebenden Toten“ führt zu einer manchmal schaurigen Reise durch die Jahrhunderte. Wir vom Online-Magazin des Berliner Vergangenheitsverlags sprachen mit dem Autor.

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„Vampire, Wiedergänger und Untote“ erschienen

Mein neues Buch aus der Reihe „Kleine Kulturgeschichten“ jetzt im Handel

Seit Jahrtausenden leben sie mitten unter uns, die Toten. Sie gelten als mörderische Bedrohung, wie die südosteuropäischen Vampire. Sie sind aber auch einflussreiche Mitglieder ozeanischer Gemeinschaften. Die Vorstellung von Verstorbenen als Wiedergänger, als leibhaftige Tote, die in ganz unterschiedlicher Weise in das Schicksal der Lebenden eingreifen, scheint fester Bestandteil der menschlichen Kultur zu sein. Weiterlesen

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Literatur zu Weihnachten

Meine frohe Werbebotschaft

Weihnachten steht vor der Tür und wieder klingeln die Verlage, Buchhändler und Autoren die Werbeglocke, um sich einen Anteil am lukrativen Weihnachtsgeschäft zu sichern. Aber was, wenn man – wie ich – als Autor gar keine „Weihnachtsliteratur“ geschrieben hat, sondern sich mit  „Kulturgeschichtlichen Aspekten“ oder den „Kleinen Kulturgeschichten“ literarisch zwar populär, vor allem aber im eher wissenschaftlichen Bereich herumtreibt – Bildung unterm Weihnachtsbaum? Ein Verkaufsschlager? Kann man mit sowas werben?

Warum eigentlich nicht? Schließlich schenkt man sich oder anderen zu Weihnachten doch auch nützliche Dinge, wie zum Beispiel einen E-Reader, Tablet oder sogar mal einen neuen PC. Warum da nicht gleich auch ein paar coole Kindles zur Kulturgeschichte von mir draufpacken, mit wachsendem Nährwert für Hirn und Seele. Denn, so formuliert es ein Autorenkollege am Beispiel des folgenden Buches aus meiner „Kulturgeschichtliche Aspekte zu . .“ Reihe :

„Mit ganz viel Rückenwind scheint Wolfgang Schwerdt dieses kurzweilige E-Book über die „Kulturgeschichtlichen Aspekte zur frühen bis mittelalterlichen Schifffahrt“ geschrieben zu haben. Denn es liest sich, dank des angenehmen Schreibstils und der übersichtlichen Kapitelführung, nicht nur angenehm, sondern es ist auch wirklich unterhaltsam.“ Andreas

Bildung und Lust

Lustfeindlich muss Bildung also nicht unbedingt sein, schon gar nicht, wenn man sich in der dunklen Jahreszeit (die ja nun wirklich nicht nur die „besinnlichen“ Weihnachtsfeiertage beinhaltet) mal mit Drachen, Vampiren und ähnlichen Wesen befassen möchte. Nicht nur „Andre Zeiten, andre Drachen, sondern auch das in der nächsten Woche erscheinende „Vampire, Wiedergänger und Untote“ gehören in diesem Zusammenhang auf jeden Gabentisch. Oder besser noch auf den Adventstisch. Denn nach der Lektüre dieser Bücher aus dem Berliner Vergangenheitsverlag eröffnen sich beispielsweise beim Kirchgang oder dem Gang über den Friedhof teilweise ganz neue Perspektiven.

Grusel, Sagen, Wiedergänger

Keine Frage, für die dunkle Jahreszeit sind gemütlich gruselige, sagenhafte oder auch nachdenklich stimmende Geschichten zum Lesen und Vorlesen wohl am besten geeignet. Und auch hier bieten sich nicht nur meine fabulösen Katzengeschichten, sondern auch die sagenhaften Stories um Wiekenhus und den Bauern Fridolin (Halloween im Werraland) oder den tapferen Ritter Sieghelm (Der Gospondar von Broszec) und nicht zuletzt natürlich meinen Fantasyroman „Die Drachenwächterin“ an.

Und wer sich mal so richtig gruseln möchte, der lege sich oder seinen Lieben einen E-Reader mit meiner „Alien-Connection“ unter die künstliche Blautanne. Hierzu und zum Stichwort Wiedergänger fällt mir ein: zu Guttenberg hat sich zurückgemeldet und neben anderen dämonischen Politikverwirrungen findet der Leser in „Die Alien- Connection“ auch die ganze ungeschminkte Wahrheit zu einem der größten deutschen politisch-charismatischen Talente aller Zeiten.

Und nun bitte den hemmungslosen Kaufrauschmodus angeworfen, sonst müssen Sie bis Ostern warten, wenn es dann wieder heißt: Schenke von Herzen, schenke mit Liebe, schenke mit Verstand, vor allem aber schenke Schwerdts Bücher .

Mit besinnlichen Grüßen

Ihr
Wolfgang Schwerdt

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Halloween im Werraland

Geschichten für die Zwischenzeiten

 

Nein, in diesem Buch ist nicht die Rede vom amerikanischen Kürbisfest mit Gruselsuppe und Horror- Disneyland. Samhain heißen die keltischen Unzeiten des winterlichen Jahreswechsels, der Zeiten, in der unsere Welt und die Anderswelt eines werden. Da geht es nicht um einen Tag oder eine Nacht.

Der  heidnische Zeitenwechsel entwickelt sich langsam, über Tage. Es sind die Vorzeichen, die phantastischen Ereignisse, die merkwürdigen Augenblicke, die auf einen Höhepunkt zusteuern und die in den Folgetagen langsam wieder abklingen. Wann, wenn nicht in den Tagen um Samhain kann man, für wenige Augenblicke nur, die Elfen in der tiefstehenden Sonne tanzen sehen, im Nebel wandernde Wälder beobachten und der wilden Holl begegnen, die in der Nacht mit ihrem Gefolge heulend durch die Täler jagt.
In solchen Zwischenzeiten sind die hier niedergeschriebenen Geschichten vom Wiekenhus und dem tapferen Bauern Fridolin entstanden, die in den vergangenen Jahren Gegenstand so manches Halloween-Lagerfeuers im Werraland waren.

Halloween im Werraland
Umfang 107.000 Zeichen; 9 Illustrationen

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Haben die Verlage noch eine Zukunft?

Fragen, die sich so nicht stellen

Literatur ist Politik, also ein gesellschaftliches Phänomen, das nicht nur einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen, sondern in der Wahrnehmung vor allem ganz unterschiedlichen Interessen unterworfen ist. Verlage sind ebenso Teil dieses Literaturbetriebes wie die Leser, der Buchhandel, der Gesetzgeber, Wirtschaftsverbände, Buchhandel und hoffentlich nicht zuletzt die Autoren, Lektoren, Übersetzer oder Illustratoren.

Man könnte ganze Bücher füllen mit den Veränderungsprozessen im Literaturbetrieb, die seit der Erfindung der Schrift stattgefunden haben und dabei für jeden einzelnen der oben genannten Bestandteile des literarischen Gesamtkomplexes eine Entwicklungslinie zeichnen, die lediglich das belegt, was eigentlich selbstverständlich ist:

– alles hängt miteinander zusammen
– verändert sich ein Element, verändern sich alle Elemente
– für strukturelle Veränderungen sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wichtiger als Technologien

Für eine Antwort auf die angesichts der aktuellen Prozesse und Diskussionen heute meistgestellte Frage nach der Zukunft von . . . .  hilft vielleicht ein kleiner Perspektivwechsel.

Legenden der Geschichte

Greifen wir als Beispiel den Buchdruck heraus, der den Verfechtern der elektronischen Buchzukunft als Paradebeispiel für eine literarische Revolution gilt, die nun mit der Technologie des electronic publishing wiederum anzustehen scheint. Aber ebenso wenig wie es Luther war, der mit – je nach Sichtweise – seinen Wittenberg-Thesen oder seiner Bibelübersetzung für die Reformation verantwortlich zeichnete, war es Gutenberg, der mit seiner Druckerpresse den „Buchmarkt“ revolutionierte. Beide hatten nicht einmal die Voraussetzungen für diese „Revolutionen“ geschaffen. Sie hatten – übrigens zeitglich mit vielen anderen, oft kaum beachteten Zeitgenossen – lediglich die Instrumente zur Verfügung gestellt, die den Anforderungen des längst stattgefundenen gesellschaftlichen Strukturwandels angemessen waren.
Natürlich soll das hier kein neues Buch aus meiner selfpublished Kindle-E-Book-Reihe „Kulturgeschichtliche Aspekte zu . . .“ werden. Aber das, was sich als Konzept hinter dieser Reihe verbirgt, gilt auch für die Zukunftsfragen, die sich jeder einzelne Beteiligte aus seinem Blickwinkel heraus stellt: der eine, eigene, meist einzige Blickwinkel ist für eine zukunftsorientierte Positionierung im Gesamtprozess nicht unbedingt förderlich.

Überlebenskampf der Dinosaurier

Während sich schon längst reine epub-Verlage entwickelt haben, versuchen nun auch die großen Print-Verlage in das E-Geschäft einzusteigen. Viele Experimente finden hier derzeit statt, die jedoch im Massen- bzw. Mainstreambereich nichts anderes bedeuten, als den Versuch der großen Marktteilnehmer, sich gegenseitig traditionelle Marktanteile nun auch im virtuellen Bereich streitig zu machen. Bei der vor allem ökonomischen Betrachtungsweise von Literatur als Wirtschaftsgut, als austauschbare Handelsware, ist es kein Wunder, dass nun auch die großen Buchhandelsketten und Online-Shops elektronische Morgenluft wittern und sich hier – längst überfällig – die Kräfteverhältnisse zwischen Verlagen und Handel aber auch innerhalb des Handels gehörig verschieben. Das alles sind aber lediglich Kämpfe um Marktanteile, die sich innerhalb der traditionellen, aus industriellen Strukturen heraus entstandenen Literaturunternehmen abspielen, und in erster Linie zum Ziel haben, die in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäßen Strukturen zu konservieren. Dazu gehört auch die aktuelle Tendenz verschiedener Marktteilnehmer,  über jeweils eigene Reader und Dateiformate die Konkurrenz auszuschließen.
Dass dabei letztendlich auch Leser ausgeschlossen werden, spielt für die Großen zunächst keine Rolle, schließlich geht es um Verdrängung, Konzentration, Monopolisierung von Vertriebskanälen und nicht um Literatur.

Die große Zeit der Kleinen

Nun gut, meine Einschätzung ist sicherlich subjektiv, aber für mich sind diese Aktivitäten die letzten Zuckungen eines verkrusteten industriellen Buchmarktes und haben mit Zukunft nur wenig zu tun. Während sich die Einen um die immer kleiner werdende Gruppe eines irgendwie definierten Mainstream-Massen-Konsumenten prügeln, sehe ich bei den kleinen, ambitionierten Verlagen recht große Zukunftsperspektiven. Klar, ich habe inzwischen mehr electronic-selfpublished, als verlagspubliziert, aber ich sehe gleichzeitig eine sehr große Zukunft in der Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Berliner Vergangenheitsverlag, bei dem bereits mein „Andre Zeiten, andre Drachen“ erschienen ist, mitte November meine „Vampire, Wiedergänger und Untote“ herauskommen werden und für das nächste Jahr ein weiteres Projekt vereinbart ist (weitere Ideen habe ich schon auf Lager). Dieser Verlag, der natürlich auch aus Gründen der Eigenwerbung hier genannt ist, verkörpert für mich tatsächlich ein Zukunftskonzept. Er nutzt nicht nur ganz selbstverständlich die neuen Technologien und entwickelt auch inhaltlich neue Formate, die der tatsächlichen Differenzierung unserer Gesellschaft und damit auch der in viele Zielgruppen aufgesplitterte Leserschaft gerecht werden, er gibt mir auch die professionelle Sicherheit und die Rückenfreiheit, die ich als Autor benötige, um vernünftige Inhalte zu produzieren (für mich ist allein das Recherchieren und Schreiben ein Vollzeitjob). Denn ohne professionellen „Verlagspartner“ kann ich derzeit guten Gewissens nur Texte selfpublishen, mit denen ich mich  – in meinem Fall in Form von Online-Artikeln – bereits an anderer Stelle als qualifiziert profiliert habe und die keiner Betreuung durch Lektorat etc. mehr bedürfen.

Neues Selbstverständnis der Autoren

Für größere, neue Projekte bedarf es nach wie vor professioneller Unterstützung in Form von Lektorat, Marketing, Satz und Layout (gilt ja auch fürs elektronische) etc., die ich mir als Autor entweder als Kooperationsnetz zusammenkaufen, oder eben über die Zusammenarbeit mit einem innovativen und ambitionierten Verlag beschaffen kann. Mit diesem Verlag lassen sich dann auch neue Formate diskutieren, entwickeln und umsetzen, für die gerade der E-Book-Bereich gewaltige Potenziale beinhaltet. Für mich ist es keine Frage: Verlage haben eine Zukunft . . . Massenbuchproduzenten, ob elektronisch oder Papier, langfristig eher nicht. Aber eines ist auch klar: eines Verlages, der nur publiziert, die ISBN beschafft und die inzwischen automatisierten Vertriebswege bedient,  Lektorat und Marketing aber allein dem Autor überlässt, bedarf es in der Zeit der diversen Selfpublishing-Möglichkeiten sowohl im Print als auch im E-Bereich nicht wirklich. Die Autorenschaft, die ihr Handwerk halbwegs beherrscht – dies die eigentlich interessante Botschaft – hat vor dem Hintergrund der aktuellen Prozesse die einmalige Chance, sich als eine strukturell mitgestaltende Gruppe des Literaturbetriebes zu etablieren. Auch bei den Autoren müssen in diesem Zusammenhang im Selbstverständnis allerdings ein paar Veränderungen stattfinden. Ein Autor jedenfalls, der heutzutage verzweifelt nach einem Verlag sucht, der ihn publiziert, ist wohl noch nicht ganz in der heutigen Zeit angekommen.

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